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Sehenswürdigkeiten Berlin

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Sehenswürdigkeiten Berlin

Weitere Sehenswürdigkeiten Berlin:


Das Olympiastadion
Für die Olympischen Sommerspiele von 1936 erbaut.

Der Botanische Garten Berlin

Friedrichstadtpalast
Der Friedrichstadtpalast ist ja das größte Revuetheater in Europa.
Anfahrt:
Friedrichstrasse 107
10117 Berlin

Schlossbrücke
Die Schlossbrücke in Berlin mit seinem historischen Brückengeländer und mehreren Marmorfiguren ist eine der schönsten Brücken der Hauptstadt.
Anfahrt:
Unter den Linden
10117 Berlin

Pfaueninsel Berlin
Die rund 67 ha großen Insel ist ein ideales Ausflugsziel in die grüne Oase Berlins. Die idyllischen Parklandlandschaften, freilaufende Pfauen und natürlich das Schloss auf der Insel geben den Flair einer Ruheoase. Auch Möglichkeiten zur Einkehr gibt es hier.

Der Wasserturm Prenzlauer Berg ist der ältestes Wasserturm Berlins. Er ist eines der Wahrzeichen des Bezirks und war in den Jahren 1920 bis 1992 als Symbol Bestandteil des Bezirkswappens. Im Rahmen der Fusionierung von Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee wurde das Symbol - sehr zum Unmut einiger Bürger vom Prenzelberg - aus dem Wappen entfernt. Der Wasserturm, der mit Tiefbehälter, Steigrohrturm, Maschinenhaus und Schwimmerhäuschen ein Bauensemble bildet, ist ein bedeutendes Industriedenkmal der Stadt Berlin. In den Sommermonaten werden der große und der kleine Wasserspeicher kulturell genutzt. Der Standort des Turm befindet sich im Kollwitzkiez des Berliner Bezirks Prenzlauer Berg und dort zwischen der Knaakstraße und der Kolmar Straße. Der von den Berlinern wegen seiner Breite liebevoll „Dicker Hermann“ genannte Wasserturm wurde im Jahr 1877 fertiggestellt und befand sich bis 1952 in Betrieb.
Der Turm als Bestandteil des Wasserwerkes wurde zur Wasserversorgung der Menschen im rasch wachsenden Arbeiterviertel benötigt. In Berlin standen nämlich im 19. Jahrhundert für deren Wasserversorgung nur Handpumpen und einige wenige Brunnen zur Verfügung, eine ausgebaute Kanalisation gab es gar nicht. Die ungeklärten Abwässer wurden trotz Verbotes einfach in den Rinnstein geschüttet, oft in der Nähe der Wasserstellen und verseuchten so das Trinkwasser. Daraus ergaben sich hygienische Probleme mit Folgen wie Cholera- oder Typhusepedemien. Zudem war es notwendig geworden, auch an den Zapfstellen in den höher gelegenen Wohnungen der überall entstehenden Mietshäusern Wasser zur Verfügung zu stellen. Andererseits musste aber auch dem ungleichmäßigen Verbrauch Rechnung getragen werden. Man ging also daran, Behälter zu bauen, zuerst waren sie aus Eisen, später dann aus Stahl, die das Wasser speichern konnten, aber auch gleichzeitig für einen Druckausgleich sorgten. Um schließlich einen ausreichenden Wasserdruck herzustellen, musste der Speicher höher liegen als die Entnahmestelle und daher wurden nun in allen großen Städten und natürlich auch in Berlin Wassertürme errichtet.

Deshalb unterzeichnete die Preußische Staatsregierung im Jahr 1852 einen Vertrag mit der englischen Firma Fox und Crampton über die Versorgung der Stadt Berlin mit fließendem Wasser und das Wasserwerk vor dem Stralauer Tor (oberhalb der heutigen Oberbaumbrücke) im heutigen Bezirk Prenzlauer Berg wurde von der neu gegründeten Berlin Water Works Company nach dem Entwurf ihres Direktors, dem englischen Ingenieurs Henry Gill gebaut. Es wurde ein unterirdisches Wasserreservoir und ein Steigrohrsystem entsprechend dem Prinzip der kommunizierenden Röhren für die erste Anlage zur Wasserversorgung in Berlin errichtet. Das Wasser wurde aus der Spree entnommen, dann durch Sand gefiltert und in die Rohrleitungen eingespeist. Zuerst erfasste die Wasserversorgung nur 300 Häuser, aber nach der Übernahme der Berlin Water Works Company durch die Stadt Berlin wurde die Anlage erweitert. Es waren neue Wohnviertel und Mietshäuser entstanden, daher wurde mehr Wasser verbraucht und schließlich reichte der Wasserdruck nicht mehr aus. So wurde im Jahr 1875 wenige Meter von der alten Anlage entfernt nach Entwürfen von Wilhelm Vollhering ein neuer runder Wasserturm mit Beamtenwohnungen in sechs Stockwerken und einem darüber liegenden Hochbehälter für 1200 Kubikmeter Wasser errichtet. Außerdem baute man noch zwei neue Maschinenhäuser und nun war die Wasserversorgung des gesamten nördlichen Berliner Stadtgebietes gesichert. Die gesamte Bauzeit betrug drei Jahre, dann war der 30 Meter hohe Turm fertiggestellt. Da die Berliner Bevölkerungszahlen aber auch weiterhin schnell anstiegen und damit auch der Verbrauch an Wasser, wurden weitere Wasserwerke gebaut und im Jahr 1914 wurden wegen der Verschlechterung der Qualität des Spreewassers der alte Steigrohrturm und die Maschinenanlagen des Wasserwerkes stillgelegt. Das Hochreservoir blieb noch bis 1952 in Betrieb, wurde aber nur noch als Druckmesser genutzt. Das gesamte den Turm umgebende Gelände wurde in den folgenden Jahren nach Plänen des Berliner Gartendirektors Albert Broerson umgestaltet.

Seit 1977 steht der Wasserturm Prenzlauer Berg unter Denkmalschutz. Er dient heute ausschließlich als Wohnhaus. In den letzten Jahren wurden umfassende Sanierungsarbeiten durchgeführt, wobei aus denkmalschützerischen Gründen viele Teile der ehemaligen Beamtenwohnungen wie zum Beispiel gewölbte Decken erhalten bleiben mussten und auch ein Fahrstuhl nicht genehmigt wurde. Obwohl die Wohnungen auf den einzelnen Stockwerken kreisrund angeordnet und die Zimmer in den Wohnungen allesamt Durchgangszimmer sind und vom Grundriss her mehr einem Tortenstück als einem Zimmer ähneln, was die Möblierung etwas schwierig macht, sind sie bei Mietern sehr gegehrt. Allerdings muss man es mögen, dass man von der Wohnungstür aus alle Zimmer überblicken kann. Rund um den Wasserturm blühen in den Sommermonaten prächtige Rosen und viele Berliner kommen zum Grillen oder einfach zum Relaxen hierher. Sie erfreuen sich an der Blütenpracht und an den herum springenden Kaninchen. Eine weitere Idylle inmitten der Großstadt Berlin.

Es soll aber auch nicht verschwiegen werden, dass das Maschinenhaus I des Wasserturms nach der Machtergreifung im Jahre 1933 für einige Zeit als Konzentrationslager diente, in dem Antifaschisten gefangen gehalten und gefoltert wurden. Dann wurde das Gelände zum SA-Heim Wasserturm umgebaut. Der 1000 qm große Maschinenraum I diente als Speisesaal, im Maschinenraum II wurde ein Schlafsaal eingerichtet. Aber schon im Jahr 1935 wurde das Maschinenhaus I gesprengt und die entstandene Freifläche wurde zu einem öffentlichen Park umgestaltet.

(Autor:contentworld.com/authors/profile/6277/)