Douglasie im Tennenbacher Wald misst genau 60,51 Meter
Größter Baum Südbadens steht im Landkreis Emmendingen

09.08.2005 17:16
Emmendingen (us).

Soviel ist sicher:
der größte Baum im gesamten Landkreis Emmendingen steht im Tennenbacher Wald. Exakt 60,51 Meter ragt dort am Wegesrand eine Douglasie in die Höhe. Ob der über hundert Jahre alte Baum mit der Bezeichnung „Douglasie Nummer 3“ auch der Spitzenreiter in Baden-Württemberg oder gar Deutschland ist, soll sich schon bald endgültig klären. Marvin Weber und Sebastian Huber, zwei Auszubildende des Vermessungsamtes des Landratsamtes Emmendingen, jedenfalls haben genau nachgemessen und auch per Internet-Recherche keinen höheren Baum in Deutschland ausfindig machen können. Bislang nimmt die Gemeinde Eberbach im Odenwald den höchsten Baum Deutschlands für sich in Anspruch.
Nur: Der dort gemessene Wert mit 59,90 Metern stammt bereits aus dem Jahr 1999 und ist damit nicht mehr aktuell. Nach Schätzungen der Tourist-Info Eberbach ist der Baum inzwischen auf 60,1 Meter gewachsen aber damit immer noch rund 40 Zentimeter kleiner als der jetzt ermittelte Emmendinger Rekordhalter sein. Dieser Baum steht mit einem Dutzend weiterer Douglasien oberhalb des Weges, der vom Sonnenziel zwischen Emmendingen und Freiamt am alten Forsthaus vorbei in Richtung des Tennenbacher Soldatengrabes führt. Jürgen Schmidt, der Leiter des Forstamtes Emmendingen, wollte auf Nummer sicher gehen und bat die Spezialisten vom Vermessungsamt um offizielle Amtshilfe, zumal beide Behörden nicht nur ihren Amtssitz wenige Meter voneinander entfernt haben, sondern seit der Verwaltungsreform im Landratsamt auch organisatorisch „benachbart“ sind. Peter Majer, Chef des Vermessungsamtes, fand bei seinen Auszubildenden spontane Bereitschaft, den größten Baum amtlich zu vermessen. Marvin Weber aus Teningen-Köndringen und Sebastian Huber aus Herbolzheim-Wagenstadt sind zwei von sechs Jugendlichen, die im Landratsamt eine Ausbildung zum Vermessungstechniker machen. Im Tennenbacher Wald stellten die Beiden ihre Messgeräte auf und ermittelten so die exakten Höhen für die Douglasien, die vom Forstamt zur besseren Unterscheidung durchnummeriert werden.
„Douglasie Nummer 3“ ist mit einer exakten Länge von 60,51 Metern die neue „Nummer 1“ und damit der längste Baum im Landkreis Emmendingen. Der Spitzenreiter verdrängte den bisherigen Rekordhalter, „Douglasie Nummer 5“ mit einer Höhe von „nur“ noch 59,81 Metern auf den zweiten Platz. Der größte Baum im Landkreis Emmendingen ist nicht nur wegen seiner Höhe ein ordentlicher Kaventsmann. Auch sein Durchmesser von 113 Zentimetern und der in Brusthöhe gemessene Umfang mit 3,55 Metern sind beachtlich. Die Riesen-Douglasie bringt es auf die beträchtliche Menge von 23,05 Festmeter Holz. Allerdings ist dies wohl bis auf weiteres nur eine theoretische Zahl. Denn eine wirtschaftliche Nutzung und ein Fällen der Douglasien im Tennenbacher Wald ist derzeit nicht geplant. Ob „Douglasie Nummer 3“ schon bald ein offizielles Schild mit der Aufschrift „Größter Baum Deutschlands“ aufgestellt werden kann, wird sich in den nächsten Monaten entscheiden. In den aktuellen offiziellen Mitteilungen der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg vom,15. Juli 2005 wird ein entsprechender Bericht über den Emmendinger Rekordhalter veröffentlicht mit der Aufforderung, noch höhere Bäume nachzuweisen. Wenn bis zum Herbst keine Meldung eingeht, kann sich „Douglasie Nummer 3“ zunächst einmal mit dem Titel „Größter Baum Baden-Württembergs“ schmücken. Die Douglasien im Tennenbacher Wald wurden in den Jahren zwischen 1893 bis 1898 gepflanzt, wie aus den im Emmendinger Forstamt archivierten Unterlagen hervorgeht. Die Douglasie, auch Douglastanne genannt, ist in den Wäldern Nordamerikas heimisch und kann dort bis zu 600 Jahre alt und bis zu 90 Meter hoch werden. Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden im Gebiet des heutigen Landkreises Emmendingen viele Douglasien als neue aus Nordamerika importierte Baumart in die Bergmischwälder der Vorbergzone gepflanzt. Der „amerikanische Einwanderer“ fühlt sich im Wald zwischen Buchen, Eichen, Tannen und Fichten seither pudelwohl. „Das feuchtwarme Klima und die frischen Lehmböden im Tennenbachtal gefallen den Douglasien ausgesprochen gut“, berichtet Jürgen Schmidt. Bis zu drei Meter reichen die Wurzeln ins Erdreich. Sie sorgen damit nicht nur für eine optimale Versorgung mit Wasser und Nährstoffen, sondern auch für gute Standfestigkeit. So überstanden die Tennenbacher Douglasien den Orkan „Lothar“ an Weihnachten 1999 ohne nennenswerte Blessuren. In den Wäldern im Landkreis Emmendingen liegt der Douglasien-Anteil bei rund sieben Prozent. Die Douglasie erlebt derzeit eine Renaissance als begehrter und robuster Rohstoff: für den Hausbau, für Brücken, Strommasten - und für Türme.
Sowohl beim 29 Meter hohen Hünersedelturm in Freiamt als auch beim Eichbergturm oberhalb von Emmendingen, der mit seinen rund 45 Metern der höchste Aussichtsturm Baden-Württembergs ist und am Tag vor der Bundestagswahl eingeweiht wird, bilden jeweils sechs mächtige Douglasienstämme die tragenden Säulen der Türme.

Quelle: Landkreis Emmendingen
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