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Aachener Poschweck
Die Geschichte einer kleinen Revolution

19.03.2008 13:09
Zur Osterzeit krempeln die Bäcker in Aachen wieder die Ärmel hoch. Eine Revolution müssen sie heutzutage nicht mehr anzetteln, dafür aber Teig kneten und den Ofen heizen. Denn pünktlich zum Fest freut man sich im Dreiländereck auf eine besondere Spezialität: den Aachener Poschweck. Für diese kulinarische Köstlichkeit zahlen die Kunden heute – im Gegensatz zu früher – auch gerne mit barer Münze.

Das süße Weißbrot, oft mit Nüssen oder Rosinen verfeinert, hat eine lange Tradition, die bis ins Mittelalter zurückgehen soll. Schriftlich erwähnt wird sie 1547 in einer Aachener Bäckerordnung. Ursprünglich war der Poschweck ein Geschenk der Bäcker an ihre Stammkunden. Damals war er noch zwischen einem halben und einem ganzen Meter groß. Weil aber das Brot immer teurer wurde, sorgte diese kostspielige Angelegenheit bei den Bäckern zusehends für Unmut. 1760 mussten die Handwerksmeister sogar vom Magistrat gezwungen werden, die Wecken zu backen.

1846 kam es dann zur Poschweck-Revolution: 113 Bäckermeister veröffentlichten in der Zeitung ihren Beschluss, keine Poschwecken mehr zu backen und stattdessen 800 Brote für die Armenverwaltung zu spenden. Am ersten Osterfeiertag kam es daraufhin zu Ausschreitungen in der Stadt, Geschäfte wurden beschädigt. Mit einer polizeilichen Anordnung wurden die Bäcker gezwungen, die Spezialität auszuliefern. Einige Revolutionäre wurden verhaftet und bestraft. Erst Ende des 19. Jahrhunderts konnten sich die Bäcker endgültig mit ihrer Forderung durchsetzen. Ab nun durften sie den Poschweck verkaufen und mussten ihn nicht mehr verschenken.

Bis heute ist das beliebte Gebäck aus der Osterzeit nicht wegzudenken. Probieren Sie es selbst - jede Aachener Bäckerei verkauft das süße, traditionelle Brot!

Das original Aachener „Poschweck-Rezept“Poschweck (c) Nobis Printen
Zutaten für drei Portionen:
100 g Hefe
½ l warme Milch
etwas Zucker
1 kg Mehl
300 g Butter
100g Zucker
3 Eigelb
2 Pck. Vanillezucker
2 TL Salz
250 g Rosinen (oder Rumrosinen)
250g Nüsse, grob gehackt und geröstet
250 g Hagelzucker
1 Prise Salz
etwas Zucker
1 Ei


Die Hefe mit der Milch und etwas Zucker vermischen, mit einem Tuch bedecken und 20 Minuten gehen lassen. Mit Mehl, Butter, Zucker, Eigelb, Vanillezucker und Salz verrühren. Rosinen und Nüsse unterkneten. Den Hagelzucker zum Schluss von Hand einkneten und den Teig in die gewünschte Form bringen. Eigelb mit Prise Salz und etwas Zucker verquirlen, den Teig damit bestreichen und nochmals gehen lassen.
Bei 180 Grad 40 bis 45 Minuten backen.

Guten Appetit!
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