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Arbeitskleidung als Kunstform
Swarovski Wien zeigt "Working Girls" von Almyra Weigel

Arbeitskleidung als Kunstform

29.04.2010 12:37
Mit Swarovski Wien in der Kärntner Straße 24 besteht seit Dezember 2009 eine einzigartige kristalline Unternehmensplattform, die mit neuen Verkaufsatmosphären überrascht. Im modernisierten Inneren des historischen Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert offenbart sich dem Besucher ein inspirierendes Wechselspiel zwischen Design, Alltagskultur und kristallinen Objekten, die mit großzügigen Kauflandschaften verschmelzen. Mit funkelnden, multimedialen Installationen wie denen des belgischen Künstlers Arne Quinze konnte Swarovski Wien bereits Akzente setzen. Die in den Straßenraum hinausgreifenden Kuben haben das Bild in der Kärntner Straße maßgeblich geprägt. Weitere kunstvolle Inszenierungen sollen folgen.

Unter der künstlerischen Leitung von Gerda Buxbaum wird unter anderem das zentrale Schaufenster hin zur Kärntner Straße in regelmäßig wechselnden Bespielungen von internationalen Designern und Künstlern gestaltet, die thematisch unterschiedlichste Aspekte aufgreifen werden. Eine der ersten Installationen stammt von der bekannten Textilkünstlerin Almyra Weigel und kann im Mai 2010 in Swarovski Wien bewundert werden. Sie interpretiert das gesellschaftliche Bild der Frau in den 1950er und 1960er Jahren zwischen Hausarbeit und beruflicher Emanzipation neu und transformiert es in das 21. Jahrhundert.

Ausstellung: "Working Girls" von Almyra Weigel
Die Schürze – mitnichten nur Symbol für Häuslichkeit und Tradition, sondern vielmehr Ausdruck von weiblichem Selbstverständnis, versehen mit femininer Sinnlichkeit, wenn sie aus einem Hauch von zerbrechlich scheinendem Material gefertigt ist und gleichsam in der Luft einen Tanz vollführt. Transparent, reizvoll, eine Schürze für jeden Tag, für die Arbeit geeignet und doch soviel mehr als Arbeitskleidung – für die Arbeitsleistung jederzeit bereit und über Glitzertelefone abrufbar…

Die Textilkünstlerin Almyra Weigel hält sich in ihren Werken bevorzugt an modernes, überraschendes Material, mit dem sie ausdrucksstark zeitgenössische Symbole thematisiert. So entdeckte sie für ihre Arbeit das Potenzial von Heißkleber als Werkstoff, der auch in der Installation "Wochenschürzen" zum Einsatz kommt.

Als fragile Konstruktion wird dem weiblichsten aller Kleidungsstücke die Bedeutung zugedacht, mit ihm als "zweite Haut" für die täglichen Anforderungen gerüstet zu sein – ohne aber seine Geltung als dekoratives Utensil, die es in vergangenen Jahrhunderten besaß, zu verleugnen.

Swarovski Wien bietet im Ein- bis Zwei-Monats-Rhythmus neue Ein- und Ausblicke in die Bereiche Mode, Kunst und Design. In einer Balance von jungen Designern und arrivierten Künstlern wird Swarovski Wien seiner Rolle als Unternehmensplattform gerecht, welche die unerschöpflichen Facetten des Kristalls auf eine Bühne erhebt. Wiens neues Schaufenster in die internationale Designwelt soll Neugier wecken, Staunen verursachen und zu Diskussionen anregen. Im Herzen von Wien wird dieser Welt der Kontraste eine funkelnde Bühne geboten.

Almyra Weigel
Die aus Litauen stammende Künstlerin studierte Textildesign an der renommierten Kunstakademie Vilnius. Nach ihrem Studium wurde sie Assistentin an der Litauischen Kunstakademie in Kaunas, wo sie ab 1994 auch Lehraufträge im Bereich "Geschichte des Bildteppichs" und "Praxis der Textilen Kunst" übernahm. Almyra Weigel ist die Initiatorin der Internationalen Sommerakademie für Freie Textilkunst in Kaunas/Litauen.

Ausgewählte Ausstellungen und Projekte:
2009
- Kursleitung bei "Textile Kultur Haslach" in Haslach an der Mühl, Österreich
- "Zeitgenössische Kunst aus Litauen", Sammlung Aichhorn, Salzburg, Österreich,
- Kuratorin der Sonderschau "Moderne Textilkunst des Baltikums" auf der Creativa, Dortmund, Deutschland

2008
- Kuratorin der Ausstellung "Textile Kunst aus Litauen",
Frauenmuseum, Bonn, Deutschland
- "niedenfadenverlieren", Gruppenausstellung, Tapetenwerk, Leipzig, Deutschland
- "Keliaujanèios raidës / Travelling letters", Gruppenausstellung,
Litauisches Generalkonsulat, St. Petersburg, Russland
- "Schürzen", Einzelausstellung, Münsterlandfestival,
Burg Vischering, Lüdinghausen, Deutschland
- Leitung des Internationalen Textilkunst-Symposiums, Kaunas, Litauen

Gerda Buxbaum
gilt als die Doyenne der österreichischen Modeszene und als führende Autorität im weltweiten modetheoretischen Diskurs. Seit über drei Jahrzehnten thematisiert sie den schillernden Begriff Mode in vielfachen Funktionen und Kontexten. Sie lehrte an Universitäten im In- und Ausland, publizierte eine Reihe von Büchern – zuletzt "Was ist Mode?" 2010 UTB –, schrieb Aufsätze und Beiträge in Katalogen und internationalen Sammelbänden, leitete das Büro für Öffentlichkeitsarbeit und Ausstellungsmanagement der Akademie der bildenden Künste Wien und positionierte als Direktorin über zehn Jahre hinweg die renommierte Modeschule der Stadt Wien im Schloss Hetzendorf mit viel innovativem Engagement.

Mit Swarovski verbindet Gerda Buxbaum eine langjährige Chronologie inspirativer Zusammenarbeit. Sie beginnt mit einer herkulischen Anstrengung, nämlich dem internationalen Ausstellungprojekt "Jewels of fantasy" 1991. In diesem wurde die Geschichte des Modeschmuckes weltweit in prominenten Museen mit erlesenen Schaustücken nachempfunden sowie ein umfangreiches Standardwerk über das Thema editiert. In jenem beleuchtete Gerda Buxbaum unter dem Titel "Die opulente Qualität der Armseligkeit" die Geschichte des Modeschmuckes in Deutschland und Österreich 1900 – 1950. Exemplarisch seien zwei weitere Projekte "Dekorative Transparenz" und "Schneewittchen im Eis - Kristalline Schönheit zwischen Leben und Tod" in den Jahren 1997 und 1998 erwähnt, die Gerda Buxbaum kuratierte und begleitende Kataloge gestaltete. Als Swarovski in der Wiener Kärntner Straße 24 im Jahre 2009 neue Räume des Staunens und Kaufens eröffnete und dort Flächen für temporäre Inszenierungen vorsah, konnte glücklicherweise einige Monate später Gerda Buxbaum hierfür gewonnen werden.

Foto: Swarovski Wien/ TimTom
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