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Von Schutzmännern, Mördern und Halunken
Kriminalistische Spurensuche in Wilhelmshaven

Von Schutzmännern, Mördern und Halunken

18.03.2010 12:59
(djd/pt). Wer Sonne, Strand und Meer liebt, aber nicht immer nur im Strandkorb liegen will, hat in Wilhelmshaven den richtigen Urlaubsort gefunden. Nach einem erholsamen Tag am Wasser oder einer ausgedehnten Radtour entlang der Küste stehen am Abend Theater, Kino und Konzert, stilvolle Restaurants oder gemütliche Kneipen zur Auswahl. Ab sofort kommen auch Krimifans in der Hafenmetropole am Jadebusen auf ihre Kosten, denn unter dem Titel "Von Schutzmännern, Mördern und Halunken" können sich Urlauber in diesem Sommer mit dem Fahrrad auf kriminalistische Spurensuche begeben.

Reise durch die Polizei- und Justizgeschichte
Am Küstenmuseum in der Weserstraße beginnt die zweistündige Tour durch die Geschichte der Wilhelmshavener Justiz. In der wilhelminischen Zeit hatten der Hafen- und Werftbau sowie die preußische Lohngarantie viele Saison- und Wanderarbeiter aus dem oldenburgisch-ostfriesischen Umland und den preußischen Ostgebieten an die Jade gelockt. Messerstechereien und Schlägereien waren an der Tagesordnung und erforderten eine verbesserte polizeiliche Aufsicht. Doch der Exkurs führt auch in die jüngere Kriminalgeschichte. So wird unter anderem der Tatort eines Raubmords von 1984 angesteuert, wo der Täter seine Fingerabdrücke auf einer Geldkassette hinterlassen hatte und mit nur 100 Mark Beute entkommen war. Erst zwei Jahre später konnte er gefasst werden, weil die Fingerabdrücke bei einem Autodiebstahl auch dem Raubmord zugeordnet werden konnten.

Einblicke hinter Gittern
Aber nicht nur Schauermärchen werden während der Tour erzählt. Zitate aus den sogenannten Tagesbefehlen der 20er Jahre gewähren einen Blick hinter die Kulissen der damaligen Polizeiarbeit und sorgen für manchen heiteren Moment. Ein besonderer Höhepunkt ist der Besuch des Museumsbunkers der Justizvollzugsanstalt. Hier erfahren die Gäste, wie die Zellen bis weit in die 50er Jahre ausgesehen haben und welche Uniformen die Beamten trugen. Auf welchen Ideenreichtum die Insassen kamen, belegt beispielsweise eine selbst gebaute Tätowiermaschine. Dass sich die kriminelle Energie hinter Gittern nicht bei jedem Häftling legte, bezeugt dagegen ein täuschend echter Nachbau einer Pistole mit Halfter aus Pappe. Totschläger, Drahtschlingen und nachgemachte Schlüssel zeugen ebenfalls vom ungebrochenen Freiheitsdrang vieler Häftlinge. Am Amtsgericht geht die kriminalistische Tour durch Wilhelmshaven dann zu Ende.

Foto: djd/Wilhelmshaven Touristik und Freizeit



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