Ein Heidenspaß:
"Fasnacht" in der Alpenwelt Karwendel

28.01.2010 12:05
Geheimnisvolle Maschkera wecken mit zauberhafte Masken und viel Lärm den Frühling im Isartal. Höhepunkt ist der Schellenrührer-Umzug am Unsinnigen Donnerstag. Volksglaube und uralte Traditionen bestimmen die bunte Faschingszeit in der Alpenwelt Karwendel. In den oberbayerischen Orten Wallgau und Krün und vor allem in Mittenwald, sind die alten heidnischen Bräuche heute noch lebendig. Bis zum 16. Februar 2010 wird es wieder ein "Heidenspass", wenn die "Maschkera", Wesen aus einer düsteren alten Welt ihre Larven hervorholen. Musizierend und scherzend treiben sie durch die Gassen, um die Geister und Dämonen der dunklen Jahreszeit zu vertreiben und die Natur aus dem Winterschlaf zu wecken. Das farbenfrohe Treiben lockt jedes Jahr Hunderte Besucher in die Alpenwelt Karwendel.

Der Höhepunkt des Treibens beginnt am 11. Februar 2010, dem "Unsinnigen Donnerstag." Pünktlich um zwölf Uhr nach dem letzten Läuten wecken die Schellenrührer in der Mittenwalder Fußgängerzone - wie bereits seit rund 500 Jahren - den Frühling, in Wallgau und in Krün ebenso. Mit Lederhosen, schweren Glocken umgeschnallt, grünen Hüten und Holzlarven hüpfen sie in einem gemeinsamen Rhythmus voran und kehren nach und nach in so mancher "Wirtschaft" ein. Zu den Maschkera zählen aber auch die Pfannenzieher, Bärentreiber und Jacklschutzer. Sie alle begeistern mit ihren aufwendigen, handgefertigten Kostümen, die sie von Generation zu Generation weitergeben. Am Sonntag, den 14. Februar sind alle Maschkera beim großen Mittenwalder Faschingsumzug auf den Beinen. Jeden Montag, Dienstag und Donnerstag, so auch am Rosenmontag und Faschingsdienstag, wird es wieder Zeit für die Gunkel. Die Jugend und die Maschkera treffen sich in den Wirtschaften von Mittenwald, Krün und Wallgau und veranstalten ausgelassene Tänze.

Ein Blick in vergangene Jahrhunderte verrät die Hintergründe dieser alten Tradition: Zum Ende der Raunächte am Dreikönigstag beginnt die Fasnacht, eine Zeit, in der die Natur erwachen und allmählich wieder wachsen soll. Für die Menschen war sie früher eine wichtige Wendezeit des Jahres, in der winterlicher Schwermut von Frühlingsfreuden und Dunkelheit von mehr Sonnenlicht abgelöst wurden. Die Fasnächte dauern traditionell bis zum Aschermittwoch.


Quelle: Alpenwelt Karwendel

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