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Wanderrouten im Überblick und Test
Deutschlands schönste Wanderwege 2006

05.09.2006 11:57
Die Begründungen der Jury

Anlässlich der Wander- und Trekkingmesse TourNatur 2006 vom 1. bis 3. September 2006 zeichnet das Wandermagazin den Schluchtenpfad im Saarland und den Rheinsteig als „Deutschlands Schönste Wanderwege 2006“. Was hat die Jury an diesen Wegen überzeugt?

Deutschlands Schönster Wanderweg 2006
Kategorie „Touren“:
Der Schluchtenpfad
C Region Merzig-Wadern, Losheim-Rissenthal, Saarland

Dass der Schluchtenpfad im saarländischen Losheim-Rissenthal die Prüfung des Deutschen Wanderinstituts im Mai dieses Jahres mit Glanz und Gloria bestand, ist für die Jury des Wandermagazins kein Wunder. Der Pfad „brennt“ auf dem knapp 10 km langen Rundkurs um die Gemeinde Rissenthal im nördlichen Saarland ein wahres Feuerwerk der Höhepunkte ab.
Über 80 Prozent Pfadanteil. Dabei handelt es sich um teils steile, in den lehmigen Untergrund geschlagene Trittstufen, um kleine Holzbrücken, um Kehren, Durchstiege und mit urwaldhafter Anmutung samt Lianen „garnierte“ Schluchtenwaldquerungen. Wo kann man heutzutage schon mitten durch einen Heckenrain marschieren, der von außen scheinbar undurchdringlich erscheint?

Der Schluchtenpfad macht seinem Namen alle Ehre. Neben eindrucksvollen Hohlwegen erlebt der Wanderer eine sich Meter für Meter steigernde Abfolge von kleinen Schluchten, die man im Nordsaarland Gräten nennt.
Felspartien, von der Erosion der Jahrtausende Stück für Stück freigespült, werden umkurvt, und Aussichtspunkte angesteuert, die aufregend und inspirierend zugleich sind. Mit einfühlsamer Möblierung ermuntern die Macher des Weges zum Picknick und zum Innehalten.
Besonders beeindruckend findet die Jury, dass sich all diese abenteuerliche, bei Kindern und Jugendlichen garantiert den höchsten Spaßfaktor provozierende Wanderinfrastruktur in engster Umarmung mit Rissenthal befindet. Stets wandert man in Hörweite des kleinen Dorfes. Das erste Drittel des Pfades wirkt wie die dramaturgische Vorbereitung, die Ouvertüre auf das eigentliche Spektakel. Von Allem präsentiert der Schluchtenpfad zunächst eine Ahnung. Dann leitet er in und durch den Ort und startet sodann eine schier unglaubliche Tour durch die Natur. Schlichtweg beeindruckend. Ein Musterbeispiel dafür, dass Zivilisationsnähe und Erlebniswelt per pedes keinen Widerspruch darstellen. Ein gelungener Beweis, dass es auch anderorts so gehen kann.


Deutschlands Schönster Wanderweg 2006 Kategorie „Routen“
Der Rheinsteig® von Bonn nach Wiesbaden
Die bevorstehende Zertifizierung des Rhein-steigs® am 8.9.2006 mit dem Premiumlabel des Deutschen Wandersiegels deutet es bereits an: Der 320 km lange Rheinsteig® erfüllt auf jedem seiner rund 320 Kilometer einen umfangreichen Kriterienkatalog mit höchsten Anforderungen. Damit wird das Angebot vielfältiger Lustfaktoren und das Fehlen objektiver Frustfaktoren von unabhängiger Seite als gegeben testiert.
Die Jury des Wandermagazins überzeugt allerdings das kompositorische Gesamterlebnis Rheinsteig®. Gerade die Nähe zur Zivilisation ermöglicht dem Wanderer die einzigartige, beliebig wiederholbare „kleine Flucht“. Stets fühlt man sich über den Dingen. Blickt drauf, horcht rein. Gleichwohl bietet der Rheinsteig® auch glanzvolle, fernab der Zivilisation und des Verkehrs verlaufende Teilstücke mit völliger Stille, überirdischer Ruhe und purem Naturgenuss.
Der Rheinsteig® ist eine Inszenierung mit höchstem Erlebniswert. Ob ein, zwei oder 20 Tage Rheinsteig® – unerhörte Erlebnisse sind garantiert. Dass der Rheinsteig® zwischen Bonn und Wiesbaden das in vielfacher Hinsicht berühmt gewordene Stück Rheintal – Strom der Deutschen, Schicksalsstrom, Grenzstrom, Romantischer Strom – mit dem Durchbruch das Rheinische Schiefergebirge quert, ist gewiss ein Glücksfall. Eine natürliche Steilvorlage für höchstes Wandervergnügen: Glanzvolle Aussichten, einsame Pfade, sensationelle Einblicke, romantische Dörfer, kulinarische Höhepunkte und eine nahezu perfekte Mobilitätsgarantie durch die talbegleitende Bahn und den dichten Takt der Weißen Flotte von Frühling bis Herbst.
Der Rheinsteig® erfüllt die Zielsetzungen der Jury für einen vorbildgebenden, zivilisationsnahen Weitwanderweg mit hohem Erlebnispotenzial in hervorragender Weise.

Hintergrundinformationen Ermittlung der „Schönsten Wanderwege 2006“

1. Touristiker, Leser des Wandermagazins, Internetbesucher von www.wandermagazin.de wurden zwischen Februar 2006 und Mail 2006 aufgerufen, den ihrer Ansicht nach schönsten Wanderweg zu nominieren. Wir hatten um eine ausführliche Begründung gebeten, um im Jurorenteam vorselektieren zu können.
2. Über 2.900 Touristiker wurden dreimal angemailt und um ihren Nominierungsvorschlag gebeten.
3. Für die Kategorie Routen (Weitwanderwege mit mehr als zwei Tagesetappen) sind rund 30 Nominierungen eingegangen. Für die Kategorie Touren (Tageswanderungen) sind rund 120 Nominierungen eingegangen.
5. Die Jury prüfte in einem ersten Schritt, inwieweit objektive Frustfaktoren (Orientierung an den Kriterienkatalogen von Wanderbarem Deutschland und Deutschem Wanderinstitut) tatsächlich fehlen und ob erlebnisstimulierende Lustfaktoren vorhanden sind. Die Jury prüfte in einem weiteren Schritt das Gesamterlebnis jenseits isolierter Kriterien und Anforderungen. Leitfrage 2006: Wo und wie kann erfolgreich und nachdrücklich der Nachweis erbracht werden, dass Zivilisationsnähe und faszinierende Wander- und Naturerlebnisse keinen Widerspruch darstellen?
6. Die Jury hat die nachstehend gelisteten Wege aus der Gesamtnominierungsliste ausgewählt und vor Ort gecheckt.
7. Die Jury hat den Schluchtenpfad sowie den Rheinsteig als besonders gelungene Beispiele für den Nachweis erachtet, dass Abenteuer, ereignisreicher Parcour, Natur und wahrer Sinnenrausch in unmittelbarer Nähe zu einem Ortes resp. der Zivilisation möglich sind.
8. Der Schluchtenpfad wurde zuletzt Ende August 2006 von allen drei Jurymitgliedern noch einmal in voller Länge abgelaufen. Letzte Änderungs- und Verbesserungsvorschläge sind an die zuständigen Touristiker übermittelt worden.
9. Der 320 km lange Rheinsteig wurde von Wolfgang Todt und Ulrike Todt Kilometer für Kilometer abgewandert (die Früchte der Mammut-Tour sind im „Tourenbuch: Rheinsteig®“ zu finden, erschienen bei der W&A Marketing & Verlag GmbH, Niederkassel). Michael Sänger ist den Rheinsteig zweimal gelaufen (Bonn-Wiesbaden und Wiesbaden-Bonn).
Die Jury prüfte insbesondere die flexiblen Zustiege von den verschiedenen Bahnhöfen entlang des Rheintales und somit die Praktikabilität, den Rheinsteig auch in tageweisen Portionen zu laufen. Es funktioniert! Kunst und Kultur, Geschichte und Geschichten - der Rheinsteig erzählt. Man begegnet dem Schäfer, dem Winzer, dem Maler, dem Förster und vielen Rheinsteigerkundern. Illuster und beredt, köstlich und romantisch - der Rheinsteig verzaubert. Das Urteil der Juroren - egal, welche Etappe sie unter die Füße nahmen - war einhellig: Herrlich!

Die Jury des Wandermagazins:
Die Jury besteht aus zwei externen Wanderexperten, Dr. Ulrike Poller und Dr. Wolfgang Todt, die beide Schulungen des Deutschen Wanderinstitutes zur Bewertung von Wegeinfrastrukturen absolviert haben. Beide sind ganzjährig „rund um die Uhr“ damit beschäftigt, Ausrüstungs- und Bekleidungsstücke in der Praxis für das Wandermagazin zu testen. Dabei erfolgt der Praxistest vorzugsweise auf den Strecken, die nominiert werden. Drittes Jurymitglied ist Michael Sänger, seit 22 Jahren Chefredakteur des Wandermagazins und jährlich gut 4.000 km per pedes unterwegs.

Nominierungsauswahl Kategorie „Routen“
• 66-Seen-Weg (Brandenburg, Berlin)
• Armbanduhrenweg (Pfälzerwald)
• Ausoniusweg (Hunsrück)
• Badener Weg (Odenwald)
• E 4 (Europäischer Fernwanderwege Nr. 4)
• Eppinger Linienweg (Kraichgau)
• Frankenweg (Franken)
• Friesenweg (Emsland)
• Gläserner Steig (Bayerischer Wald)
• Harzer-Hexen-Stieg (Harz)
• Höhenweg (Fichtelgebirge)
• Jakobusweg (von Trier nach Perl)
• Keltenweg (Steigerwald)
• Malerweg (Sächsische Schweiz)
• Maximilianweg (Bayern)
• Moselhöhenweg (Eifelseite)
• Nurtschweg (Oberpfälzer Wald)
• Oberlausitzer Bergpfad
• Rennsteig (Thüringen)
• Rhein-Burgen-Weg (Rheinland)
• Rheinsteig (Rheinland)
• Rothaarsteig (Sauerland)
• Sironaweg (Naheland-Hunsrück)
• Storchenwanderweg (Havelland - Brandenburg)
• Via Alpina (Variante Voralpen, lila)
• Via Caliga (Mosel)
• Westweg (Schwarzwald)

Nominierungsauswahl Kategorie „Touren“

• Auf den Ossergipfel (Bayerischer Wald)
• Belchentour (Südschwarzwald)
• Calmonter Klettersteig (Mosel)
• Chäs-Chuchi-Runde (Hotzenwald)
• Durchs Tal der Eger (Fichtelgebirge)
• Ehrbachklamm (Hunsrück)
• Eisenbahnhistorischer Wanderweg (Mosel)
• Extratour „Gründchen“ (Vogelsberg)
• Extratour „Plesse“ (Werratal)
• Extratour „Über den Hohen Meißner“
• Felsenweg Häusern (Schwarzwald)
• Grenzweg (Freudenstadt - Schwarzwald)
• Heuchelheimer Heerweg (Kraichgau)
• Hochsolling-Moorwanderung
• Höllentalklamm (Zugspitz-Region)
• Hohenlohe: Spuren der Vergangenheit (Bühlertal)
• Inselsbergrunde (Thüringer Wald)
• Jubiläumsweg (Reichelsheim im Odenwald)
• Kaiserstuhl Nord-Südüberquerung
• Maria-Croon-Weg (Mosel)
• Mühlenwanderweg (Osnabrücker Land)
• Musikwinkeltour (Vogtland)
• Reichenhaller Gipfeltour (Berchtesgadener Land)
• Rheinsteig im Siebengebirge
• Schachtenwanderung (Bayerischer Wald)
• Schluchtenpfad (Merzig-Wadern)
• Sieben-Burgen-Wanderung (Pfälzerwald)
• Tiergartentunnel-Wanderweg (Eifel)
• TourNatur (Nahe)
• Urwald vor der Stadt (Tafeltour Saarkohlenwald)
• Viertälerweg (Lahn-Dill-Bergland)



Quelle: W&A Marketing & Verlag GmbH Wandermagazin
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