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Stadt Hamm
Und der Haifisch, der hat Zähne

Stadt Hamm

07.10.2008 15:02
Wer kennt sie nicht, die berühmte Moritat von Mackie Messer ? Die Dreigroschenoper des kongenialen Duos Brecht (Text) und Weill (Musik) ist eines der erfolgreichsten deutschen Bühnenwerke. Am Freitag, 17. Oktober, wird sie um 19 Uhr in einer Inszenierung des Theaters an der Ruhr im Kurhaus Bad Hamm zu sehen und zu hören sein. Zwei Männer stehen im Mittelpunkt des Geschehens, die einander partout nicht leiden können: Mackie Messer und Jonathan Jeremiah Peachum. Zwar verfolgen beide grundsätzlich dasselbe Ziel persönliche Bereicherung durch Ausnehmen anderer doch sind ihre Wege dorthin verschieden.
Mackie ist ein gesuchter Straßenräuber, der aber schon fast am Ende seiner Karriere angekommen ist. Er ist umgeben von seiner mehr oder weniger erfolglosen Gang, grobschlächtige, ungebildete Gesellen, die es über den Rang von Kleinkriminellen hinaus nicht sehr weit gebracht haben. Sein Einfluss auf die Mächtigen der Stadt, auf Kapital und Justiz, ist geschwunden. Sicher ist Polizeichef Tiger Brown seit den gemeinsamen Armeetagen sein Freund, doch bedingungslose Treue kann man von ihm nicht erwarten, da auch er stets auf den eigenen Vorteil bedacht ist.
Das richtige kriminelle Geschäft machen in diesen Tagen die konzernähnlichen Verbindungen, allen voran Peachum, der Kopf der Londoner Bettelmafia mit seiner Firma Bettlers Freund . Das Erregen menschlichen Mitleids ist sein Metier und einträglicher als der Bankraub an der nächsten Straßenecke. Mit seiner Tochter Polly hat Peachum daher Großes vor: sie soll in die bessere Gesellschaft aufsteigen und gutbürgerlich verheiratet werden. Dumm nur, dass diesen Plänen ausgerechnet der gute Mackie in die Quere kommt denn niemand anderer als er ist der neue Verehrer von Polly. Auf diesen Schwiegersohn kann Peachum gut verzichten! Doch wozu gibt es die Polizei? Mit ein bisschen Druck an der richtigen Stelle lässt Tiger Brown den alten Freund fallen und Mackie verhaften. Aber ein Mackie Messer gibt sich nicht so einfach geschlagen

Die Erfolgsgeschichte der Dreigroschenoper begann mit der Uraufführung am 31. August 1928 im Theater am Schiffbauerdamm in Berlin. Kaum ein Stück aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts kann auf eine so umfangreiche Aufführungstradition zurückblicken, einige der Musiknummern nicht zuletzt die berühmte Moritat von Mackie Messer wurden Welthits. 1933 wurde das Stück von den Nazis verboten, war aber bis dahin bereits mehr als 10.000 (!) Mal an europäischen Bühnen gespielt worden. Ihre erste Wiederaufführung im Nachkriegs-Berlin fand bereits 1945 am Hebbel-Theater statt. Die große Anzahl an verschiedenen Inszenierungen erschwert den Blick auf das Original, doch ziehen sich zwei Momente leitfadengleich durch das Stück: Einerseits die Kritik an der verstaubten bürgerlichen Opernpraxis, was sich bereits im Titel Dreigroschen oper andeutet und andererseits die Verquickung von Sexualität und Ökonomie die die dramaturgische Handlung bewegt.

Das Theater an der Ruhr wurde 1980 gemeinsam mit der Stadt Mühlheim (a. d. Ruhr) gegründet und ist in einem ehemaligen Solbad im Raffelbergpark an der Stadtgrenze zuhause. Das Ensemble steht bei der Theaterarbeit im Vordergrund, hohe personelle Kontinuität und flexibles Arbeiten ergeben optimale Bedingungen für den künstlerischen Prozess. Seit fast 30 Jahren leiten Regisseur Roberto Ciulli, Dramaturg Helmut Schäfer und Bühnenbildner Gralf-Edzard Habben die Geschicke auf und hinter der Bühne. Ciulli führte auch bei der in Hamm zu sehenden Inszenierung der Dreigroschenoper Regie.
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