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Heilig Dreikönig
Garmisch-Partenkirchen freut sich auf das traditionell fröhliche Maschkera-Gehen

23.11.2006 16:57
An Heilig Dreikönig beginnt eine ganz besondere Zeit:
In den Straßen der Marktgemeinde tanzen bunte Maschkera

Ab 6. Januar ist es endlich wieder so weit:
In den Straßen des idyllischen Ortes am Fuße der Zugspitze erklingen rhythmisches Trampeln und fröhliches Juchzen. Menschliche Gestalten mit handgeschnitzten  Holzmasken ziehen mit Musik und lustigem Radau von Gasthof zu Gasthof und „raunzen“ dabei eigentümliche Töne, die einer Mischung aus Kehllauten und kurioser Falsettstimme gleichen. Ein Moment, auf den sowohl Einheimische als auch Gäste warten, denn die Maschkera sind wieder unterwegs. Wer sich allerdings hinter den hölzernen Masken, Larven genannt, verbirgt, bleibt oft selbst alteingesessenen Garmisch-Partenkirchnern ein Geheimnis. Denn die Kunst des Maschkera-Gehens besteht darin, unerkannt zu bleiben.

Jede Eigenart des Maschkeras wird mit viel Liebe zum Detail verstellt: der Gang, das Benehmen, die Stimme. Sogar die Hände, die den Beruf verraten könnten, werden unter Handschuhen verborgen. Nichts erinnert mehr an den Menschen, der sich hinter der Larve versteckt. Traditionelle Figuren wie die der Schellenrührer, Maschkeramusi oder Untersberger Mandl erfüllen ihren Zweck und sind zudem eine wahre Freude für jeden Betrachter. Besonders beliebt sind die Untersberger Mandl, ein überdimensionales Koboldspaar. Mit zwei riesigen Stopselhüten, einer kurzen Lederhose beziehungsweise mit einem schwarzen Faltenrock bekleidet tanzen sie durch die Straßen der beiden Ortsteile Garmisch und Partenkirchen. Begleitet werden sie dabei von zwei Musikern, so dass sie als heiteres Quartett die bösen Wintergeister verjagen.  

Aber was steckt hinter der Geheimniskrämerei? Ganz einfach die Überlieferung. Da sich jeder Maschkera einen Spaß daraus macht, über seine Mitmenschen Gericht zu halten und ihnen ihre Versäumnisse vor allen Anwesenden auch äußerst direkt unter die Nase zu reiben, ziehen es die selbsternannten Rechtssprecher seit jeher vor, ihr Amt unerkannt auszuüben. Allerdings würde auch niemand auf die Idee kommen, einem Maskierten vor Ende der „Fosanacht“ seine Larve herunter zu reißen, denn aus alter Tradition heraus genießen die Maschkera höchstes Ansehen und Respekt. Übrigens: In Partenkirchen ist es Brauch, zu bestimmten Ereignissen die Masken abzunehmen. So sind ab dem 20. Januar für eine Woche lang in der Sebastians-Octave, am 2. Februar an Maria Lichtmeß sowie an allen Sonntagen  zum „Pestläuten“ um 16 Uhr keine Maskierten zu sehen. Die Maschkera stehen in diesen Momenten vor der Qual der Wahl:  Entweder sie lüften ihre Masken und geben sich damit zu erkennen oder sie verstecken sich für die Dauer des Glockenläutens, um danach wieder ihre Späße zu treiben. 

Der Ursprung der närrischen Ausgelassenheit liegt in einem alten heidnischen Ritual, dem zu Folge mit viel Lärm und bunten Masken der Winter und die bösen Geister aus den Orten vertrieben wurden. Im Werdenfelser Land gehen die Maschkera nur an den so genannten heiligen Tagen Sonntag, Montag, Dienstag und Donnerstag. Besonders fröhlich ist das närrische Treiben traditionsgemäß am Unsinnigen Donnerstag sowie am Faschingssonntag und -dienstag. Wer sich das schöne Spektakel nicht entgehen lassen möchte, sollte sich zu folgenden Terminen in der Historischen Ludwigstraße in Partenkirchen oder am Josefsplatz in Garmisch sowie in den jeweils umliegenden Gasthöfen einfinden: 15., 18. und 20. Februar 2007.

Pünktlich um 24 Uhr endet im Werdenfelser Land am „Fosanachts-Dienstag“, 20. Februar, das Maschkera-Gehen. Und wehe dem, der sich weigert, seine Larve abzunehmen. Einer alten Sage nach wächst sie ihm dann nämlich ans Gesicht. Ein Leben als Maschkera? Darauf hat bislang jeder verzichtet und so kehren die fröhlichen Figuren am Aschermittwoch wieder in ihr normales Leben zurück.

Weitere Auskünfte:
Tourist Information Garmisch-Partenkirchen Richard-Strauss-Platz 2 82467 Garmisch-Partenkirchen Fon (0 88 21) 180 700 Fax (0 88 21) 180 755 tourist-info@gapa.de www.garmisch-partenkirchen.de

Quelle: Angelika Hermann-Meier PR
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