Die Berlinische Galerie in Zeichnungen
Ausstellung vom 10. September bis zum 7. Dezember 2009 im Eberhard Roters – Saal

10.09.2009 15:45
Im digitalen Zeitalter ist der Bleistift ein Anachronismus. Nicht jedoch
für Matthias Beckmann, der ihn unbeirrbar nutzt, um aufzuzeichnen, was
er sieht.

Der Künstler zeichnet gern in Museen, weil diese öffentlichen Räume für
die Kunst und ihre Betrachtung seinem Auge und seinem Stift eine Fülle
einzigartiger, merkwürdiger und auch fragwürdiger Objekte bieten, weil
er dort gewissermaßen natürliche Modelle findet - Besucher, die sich
gemessen bewegen und oft innehalten – und, nicht zuletzt, weil dort auch
immer wieder Besonderes mit Gewöhnlichem, Bedeutendes mit Beiläufigem
zusammen stößt.

Im Frühjahr 2005 und noch einmal Anfang 2009 kam Matthias Beckmann
während mehrerer Wochen in die Berlinische Galerie, schlenderte mit
Skizzenbuch und Bleistift durch ihre Räume, wählte einen Standort und
zeichnete vor dem Motiv – zügig und ohne Korrektur. Doch trotz dieses
raschen und unmittelbaren Zugriffs haben seine Zeichnungen nicht den
Charakter schnell hingeworfener Skizzen. Der Künstler führt den
Bleistift kontrolliert über das Papier, allein mit der reinen
Konturlinie definiert er den Raum, die Gegenstände und Figuren in ihm.
Häufig werden seine Zeichnungen von den Papierrändern überschnitten, oft
wirken seine Blätter, als seien sie im Gehen entstanden.

Souverän verbindet Matthias Beckmann die Tradition der klassischen
Handzeichnung mit Aspekten moderner Gebrauchsgrafik, der
Buchillustration und des Cartoon. Darüber hinaus bezieht er filmische
und fotografische Gestaltungsmittel ein. Er spielt mit verschiedenen
Perspektiven, extremen Blickwinkeln, Unter- und Aufsichten, vergrößerten
Ausschnitten.

Bei aller Lesbarkeit ist seinen Zeichnungen immer etwas Vorläufiges,
Unabgeschlossenes eigen, etwas, das über sie hinaus weist. „Das Ideal“,
so Beckmann, „ist die konzentrierte Zeichnung wie aus einem Guss,
detailliert und dennoch offen.“

Matthias Beckmann wurde 1965 in Arnsberg geboren. Er studierte an der
Kunstakademie Düsseldorf und der Staatlichen Akademie der Bildenden
Künste in Stuttgart. Matthias Beckmann lebt seit 2003 in Berlin.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit zahlreichen Abbildungen; er
ist im Museum für € 7,80 erhältlich.

Katalog und Ausstellung wurden durch eine private Spende und durch die
Ilse Augustin Stiftung zur Förderung bildender Künstler ermöglicht.

Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und
Architektur / Alte Jakobstraße 124-128, 10969 Berlin / Tel. (030) 789 02
600 / Fax (030) 789 02 700 / Öffnungszeiten täglich außer Dienstag 10
bis 18 Uhr / Eintritt 6 Euro, ermäßigt 3 Euro, jeden ersten Montag im
Monat 2 Euro / U1 Hallesches Tor, U2 Spittelmarkt, U6 Kochstraße oder
Hallesches Tor, U8 Moritzplatz, Bus 248, M29, M41
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