Gesundheit und Arbeitsfähigkeit:
Konferenz in Hattingen rückt Gesundheit und Arbeitsfähigkeit ins Blickfeld

31.10.2008 09:08
Wenn es darum geht, ältere Langzeitarbeitslose wieder in Beschäftigung zu vermitteln oder sie wieder an den Arbeitsalltag heranzuführen, kann man die Bereiche Gesundheit und Gesundheitsförderung gar nicht hoch genug bewerten. Schon unsere Projekte in der Vergangenheit haben gezeigt, dass wir diesem Thema den Stellenwert einräumen, den es verdient hat. Für Dieter Schulze, Projektleiter des Beschäftigungspaktes für Ältere bei der JobAgentur EN, ist die Konferenz Gesundheitsvorsorge und ihre Bedeutung für
die Wertschöpfungskette, Beschäftigungsförderung und Arbeitsfähigkeit nur der nächste Schritt auf einem längst eingeschlagenen Weg. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 4. November, in der Gebläsehalle der Henrichshütte in Hattingen statt.

Parallel zum Start des Beschäftigungspaktes für Ältere hatte die JobAgentur EN 2005 die Gesundheitsförderung zum Thema gemacht. Bis 2007 profitierten etwas 650 Teilnehmer davon. Zunächst haben wir bei den Angesprochenen durchaus Skepsis registriert. Viele haben aber erkannt, dass ihre Gesundheit ein entscheidender Faktor für ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt ist , blickt Schulze zurück. Die Kurse kamen bei der Zielgruppe der über 50-jährigen mehr und mehr an. Sicher auch deshalb, weil in Zusammenarbeit mit
verschiedenen Partnern ein breitgefächertes Kursangebot organisiert werden konnte. Dazu zählten klassische Angebote wie Stressbewältigung sowie gesunde und preiswerte Ernährung ebenso wie Kurse zum Zeitmanagement und zur Stärkung der Konzentrationsfähigkeit. Das Konzept überzeugte, 2007 erhielt es als besondere Anerkennung den Gesundheitspreis des Landes Nordrhein-Westfalen.

2008 wurde der Beschäftigungspakt für Ältere ausgeweitet, die JobAgentur EN arbeitet jetzt mit dem JobCenter in Hamm sowie den Argen im Märkischen Kreis und im Kreis Unna zusammen. Aktuell bieten wir bis zu 10 verschiedene Module zur Gesundheitsprävention an. Um Erfolge messen zu können, ermitteln wir neben die Nachhaltigkeit der Teilnahme auch die damit verbundenen Kosteneinsparungen , erläutert Schulze. Ihre Arbeit stützen die Beteiligten unter anderem darauf, dass rund jeder dritte Empfänger von
Arbeitslosengeld II subjektiv und objektiv unter schweren Gesundheitsproblemen leidet. Studien zeigen: Dies wirkt sich auf Selbstwahrnehmung und Selbstvertrauen der Betroffene aus und hat damit deutliche Folgen für die Arbeits- und Vermittlungsfähigkeit.

In Hattingen werden sich in Vorträgen und Workshops namhafte Referenten des Themas annehmen. Erwartet werden unter anderen Detlef Scheele (Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales), Doris Bartelmes (Leiterin der Abteilung Arbeit im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz), Michael Belllwinkel (Bundesverband der Betriebskrankenkassen) sowie Prof. Dr. Michael Kastner (Leiter des Institutes für Arbeitspsychologie und Arbeitsmedizin). Unser Ziel
ist es, das Thema Gesundheit möglichst nachhaltig in die Beschäftigungspolitik zu integrieren. Gesundheitliche Förderung von Langzeitarbeitslosen sollte auf Dauer nicht mehr in Einzelprojekten sondern prinzipiell gelöst werden , macht Schulze deutlich.

Stichwort Beschäftigungspakt für Ältere

Mittlerweile läuft im Ennepe-Ruhr-Kreis die zweite Auflage dieses vom Bund finanziell geförderten Paktes. Bis 2010 können die JobAgentur EN sowie die ebenfalls für Langzeitarbeitlose zuständigen ARGEN des Kreises Unna und des Märkischen Kreises und das kommunale JobCenter Hamm gemeinsam 15,75 Millionen Euro einsetzen, um die Beschäftigungschancen von Langzeitarbeitslosen, die älter als 50 Jahre sind und Arbeitslosengeld II erhalten, zu verbessern. Im Rahmen des ersten Paktes konnten zwischen 2005 und 2007 über
1.200 Betroffene beraten und rund 400 in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden. Nicht nur im Interesse der Betroffenen, sondern auch im Interesse der Betriebe. Der demografische Wandel führt auch in unserer Region dazu, dass Unternehmen schon heute Fachkräfte fehlen", macht Projektleiter Schulze deutlich.
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