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Der KlassikSommer 2008 steht in den Startlöchern

04.08.2008 11:05
Eröffnungskonzert mit Mahlers 9. Sinfonie

Hamm. Gustav Mahler hat am 16. August 2008 um 20 Uhr wieder einen Ehrenplatz: Zum nunmehr dritten Male eröffnen Frank Beermann und die Nordwestdeutsche Philharmonie mit einer Mahler-Sinfonie den KlassikSommer Hamm in der Alfred-Fischer-Halle. Der Ehrenplatz ist für die Mahler-Sinfonie mit der mystischen Ziffer 9 mehr als angemessen: Sie ist Gipfelpunkt spätromantischer Kompositionskunst und überbordender Klangfülle, ist zugleich zarter Neubeginn, lässt schon das Ende der Tonalität ahnen.
Seit Beethoven besitzen 9. Sinfonien eine besondere Bedeutung, sind überschattet vom Tod des Komponisten über dieser letzten großen Abschlussarbeit. Schubert, Dvořák und Vaughn Williams beendeten ihre sinfonischen Zyklen mit der Neunten, Bruckner gelang es nicht mehr, seine Neunte zu vollenden. Abergläubisch fürchtete Mahler, auch seine 9. Sinfonie könnte unter einem schlechten Stern stehen. Arnold Schönberg schrieb in seinem Essay über Mahler: Es scheint, dass die Neunte eine Grenze ist. Jener, der sie überschreiten will, muss weichen.
Er behielt Recht: Die Neunte markiert auch für Gustav Mahler eine Zeit schicksalhafter Umbrüche. Seine erfolgreiche aber turbulente Zeit an der Wiener Oper war skandalträchtig zu Ende gegangen. Seine Arbeit an der New York Metropolitan Opera hatte gerade begonnen, als ihn die Diagnose einer schweren Herzkrankheit erschütterte. Seine älteste Tochter starb, seine Frau Alma fühlte sich vernachlässigt und suchte Trost bei Walter Gropius. Dramatisch und düster zeichnet der Ton der Sinfonie dieses Lebensgefühl nach. Wieder einmal spiegelt Mahler die musikalische Entwicklung und zugleich das Lebensgefühl seiner Zeit, die als Zeit der tief greifenden Umwälzungen empfunden wurde, aus denen es keine Flucht in die Schönheit der Kunst mehr gebe.
Durch einen kleinen Selbstbetrug versuchte Mahler, ohnedies von düsteren Todesahnungen gequält, dem vermeintlichen Schicksal ein Schnippchen zu schlagen: Er gab dem Lied von der Erde den Untertitel Sinfonie für eine Alt- und eine Tenorstimme und Orchester , setzte mit der sinfonischen Nummerierung aus. Vergebens: Die 9. Sinfonie, geschrieben 1909 in seinem Komponierhäusl im österreichischen Sommerdomizil der Mahlers in Toblach, blieb unvollständig. Mahler starb am 18. Mai 1911 vor ihrer Vollendung, erlebte ihre Uraufführung nicht mehr.
Seine letzte Sinfonie klingt daher wie ein Abschied. Und doch dominiert der große lyrische Zug, ist der Ton der Neunten nicht nur jenseitsgewandte Tragik, sondern auch voller Hoffnung. Nicht umsonst hat Mahler in einem Brief an seinen Freund Bruno Walter die Neunte als Pendant zur heiteren Vierten bezeichnet. Deryck Cooke schrieb: Es war noch viel Leben in Mahler, als der Tod ihn rief.
Frank Bermann, der seit einer Spielzeit Generalmusikdirektor der Robert-Schumann-Philharmonie und der Theater Chemnitz ist, hat in den vergangenen Jahren vor allem mit Aufführungen der Musik von Richard Strauss, Gustav Mahler und Richard Wagner dem KlassikSommer Hamm ein überregional anerkanntes Profil gegeben. Gerade hat er mit dem Bruckner-Orchester Linz eine viel beachtete 6. Sinfonie von Gustav Mahler aufgeführt.
Vor Beginn des Konzertes wird Günther Albers, Kapellmeister des Nationaltheaters Mannheim, um 19 Uhr in der Alfred-Fischer-Halle eine musikalische Einführung in den Konzertabend geben.
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