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Tourismus auf geschichtlichen Wegen - Hanau
Verbund der Napoleonstädte sowie Hugenotten- und Waldenserpfad

28.07.2008 11:02
Den Namen der Stadt auf möglichst vielen Wegen bekannt machen, damit auch den Städtetourismus weiter ankurbeln und das historische Profil noch mehr schärfen. All dies gleichzeitig erreichen will die Brüder-Grimm-Stadt erreichen, indem sie Mitglied im Kooperationsprojekt "Europäischer Qualitätswanderweg Hugenotten- und Waldenserpfad" sowie im "Europäischen Verbund der Napoleonstädte" wird. Der Magistrat hat beschlossen, diese zwei Mitgliedschaften zu beantragen, die Jahresbeiträge belaufen sich auf 1.500 beziehungsweise 2.400 Euro wie Oberbürgermeister Claus Kaminsky erläutert.

Hanau ist Mitglied der Hessischen Apfelweinstraße, der Deutschen Märchenstraße, der Deutschen Fachwerkstraße, der Deutschen Limesstraße, der Route der Industriekultur sowie bei "Perspektive der Gesellschaft der historischen Theater Europas". Die Mitgliedsbeiträge liegen zwischen 300 Euro (Apfelweinstraße) und 3000 Euro (Märchenstraße).

Der Hugenotten- und Waldenserpfad verläuft zwischen der Region Burgwald in Hessen und der südfranzösischen Region an der Drome, aus der vor über 300 Jahren Hugenotten und Waldenser aus Glaubensgründen fliehen mussten. Seit 1998 bestehen regionale Partnerschaften, deren gemeinsames Ziel es ist, weitere Regionen einzubinden. Der "Europäische Qualitätswanderweg" soll letztlich Dauphiné in Südfrankreich mit Bad Karlshafen in Nordhessen verbinden.

Der Verlauf des Weges orientiert sich nach Kaminskys Worten an den historischen Flucht- und Wanderwegen der Hugenotten und Waldenser. Auch in Hanau fanden im 18. Jahrhundert mehr als 70 hugenottische Familien eine neue Heimat, sie trugen entscheidend zum wirtschaftlichen und sozialen Profil der heutigen Brüder-Grimm-Stadt bei. "Hanau darf als wichtiger Hugenotten- und Waldenserort in der Route nicht fehlen," lässt der OB keinen Zweifel.

Die Modellhaftigkeit des Projektes gründe sich auf der Bewahrung Europäischen Kulturerbes mit neuen touristischen Angebotsformen in grenzüberschreitendem Rahmen. Deshalb soll eine Auszeichnung des Weges als "Europäischer Kulturweg" durch den Europarat erfolgen. Durch räumliche und fachliche Vernetzung in den Bereichen Wandertourismus, Gastronomie, Kultur und Natur werde eine nachhaltige Stärkung und Zukunftsfähigkeit der beteiligten Regionen angestrebt.

Mit den örtlichen Wandervereinen wurde nach Kaminskys Worten bereits Konsens erzielt, dass der Wanderpfad von Neu-Isenburg über Offenbach kommend bei den Mühlheimer Steinbruchseen auf Hanauer Gemarkung geführt wird. Über die Kesselstädter Schleuse werden die Wanderer über das Schloss Philippsruhe in die Innenstadt (Wallonisch-Niederländische Kirche) und dann über die Bulau Richtung Gelnhausen geleitet.

Der Europäische Verbund der Napoleonstädte ist eine Vereinigung europäischer Städte, deren Geschichte durch Napoleon Bonaparte beeinflusst beziehungsweise geprägt wurde. Er ist 2004 aus dem Wunsch entstanden. Die Aktivität des Städteverbundes konzentriert sich unter anderem auf die Förderung des wissenschaftlichen Austausches zur Geschichte Napoleons (Veranstaltungen, Tagungen, Publikationen), die Unterstützung beim Erhalt des kulturellen Erbes sowie Ausstellungen zum Napoleonischen Erbe.

Derzeit gehören dem Verbund europaweit 37 Städte von Ajaccio bis Zuccarello an. In Deutschland gibt es derzeit drei Napoleonstädte: Hövelhof in Westfalen, Jena in Thüringen und das hessische Kassel - viertes Mitglied soll nun Hanau werden.

Unter Napoleon wurden in Hanau Anfang des 19. Jahrhunderts die Festungsmauern abgebaut und eine katholische Kirchengemeinde gegründet (heute Mariae Namen). Die napoleonisch geprägte Gesetzgebung in Frankreich brachte den Hanauer Juden die juristische Gleichberechtigung. Auf mehreren Reisen durch Hanau (1807, 1808, 1812 und 1813) übernachtete Napoleon unter anderem im Hotel Zum Riesen. Am 30. und 31. Oktober 1813 führte er die französische Armee in die Schlacht bei Hanau. Es war seine letzte siegreiche Bataille auf deutschem Boden, eine Plakette am Arc de Triomphe in Paris erinnern daran.

Zum 200. Jahrestag der Schlacht ist im Historischen Museum Hanau Schloss Philippsruhe eine Ausstellung geplant, zu der auch ein großes Zinnfigurenmodell im Entstehen ist. "Ein Projekt, das im Verbund der Napoleonstädte synergetisch umzusetzen wäre", nennt der OB ein ganz praktisches Beispiel.

Mit dem "Napoleonpass", einer Vorteilskarte für Europa-Reisende, die kostenlos an die Einwohner der Mitgliedstädte ausgegeben wird, hat der Städteverbund ein erstes Marketinginstrument geschaffen. Es ermöglicht unter anderem die preiswertere Einkehr in Hotels und Restaurants anderer Napoleonstädte.

Weitere Informationen über die beiden Projekte gibt es im Internet unter www.region-burgwald-ederbergland.de sowie www.napoleoncities.eu.
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