Vignettensystem geplant
Sloweniens Autobahnen bald ein teures Pflaster

03.04.2008 11:03
Zum 1. Juli plant Slowenien laut ADAC eine drastische Anhebung der Maut auf Autobahnen. Das bisherige, streckenabhängige System soll durch eine Vignette abgelöst werden. Diese soll nach bisherigen Informationen für Fahrzeuge bis 3,5 t nur in zwei Abstufungen von Halbjahres- und Jahresvignetten zum Preis von 35 Euro bzw. 55 Euro eingeführt werden. Motorradfahrer müssten 17,50 bzw. 27,50 Euro bezahlen. Nach Auffassung des ADAC käme auf die Autofahrer damit eine unverhältnismäßige Teuerung von bis zu 350 Prozent im Vergleich zur Streckenmaut zu. Für Kurzurlauber und Transitreisende würde die Vignette enorme Mehrkosten nach sich ziehen.

„Eine derartige Sanierung der Haushaltskasse auf Kosten der Urlauber können und wollen wir als Verbraucherschützer nicht hinnehmen. Autofahrer werden damit unverhältnismäßig zur Kasse gebeten“, kritisiert der ADAC-Vizepräsident für Tourismus Max Stich. Die vorgesehene Vignettenstaffelung entspricht nicht dem Reiseverhalten von Millionen Urlaubern. „Eine zusätzliche Vignette für vier Wochen wäre praxisnäher. Diese Erweiterung des Vignettensystems mit einem akzeptablen Preis halten wir für dringend erforderlich. Darum appellieren wir an den slowenischen Transportminister, das geplante System und die überzogene Tarifgestaltung entsprechend zu überdenken“, so Stich weiter. Für Lkw oder schwere Wohnmobile über 3,5 Tonnen gilt weiterhin die streckenbezogene Gebührenerhebung – jedoch nur als Übergangslösung. Bis 2010 plant Slowenien für den Schwerverkehr ein System ähnlich der deutschen Lkw-Maut.
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