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Advent im Tiroler Pillerseetal:
Kraftquelle Advent: Innehalten und genießen

Advent im Tiroler Pillerseetal:


11.11.2013 09:06
Im Tiroler Pillerseetal werden schon die Tage vor Weihnachten zum Fest – Zu Besuch beim Krippenschnitzer

Josef und Maria und die vielen Engel, sie brauchen nur wenig Raum, um das Licht der Welt zu erblicken. Schnitt für Schnitt entstehen sie in der Werkstatt von Thomas Erhart, der aus einem Stück Zirbenholz wahre Kunstwerke zaubert. Wenn nun im Tiroler Pillerseetal in den Kitzbüheler Alpen die stimmungsvolle und besinnliche Adventszeit beginnt, kehrt Ruhe ein in die nur wenige Quadratmeter große Werkstatt des Schnitzers, der in Fieberbrunn, dem Hauptort des Tales, zu Hause ist. Denn sein Werk ist jetzt getan, das Ergebnis seiner Arbeit kann sich bei Krippenschauen und Adventsmärkten sehen lassen. Die Tage vor Weihnachten werden im Pillerseetal stets zu einem besonderen Fest der Besinnlichkeit.

Titelbild: Werkstattbesuch beim Weihnachtsmann. Er sieht mit seinem imposanten Bart nicht nur aus wie der Weihnachtsmann, sondern er zählt auch zu dessen treuesten Helfern. Thomas Erhart (Bild) aus dem Tiroler Pillerseetal in den Kitzbüheler Alpen zaubert aus Zirbenholz Ochs und Esel, Maria und Josef. Der 69-jährige Krippenschnitzer hat freilich in den Wochen vor Weihnachten seine Arbeit bereits erledigt. Er widmet sich nun voll und ganz dem Advent.
Und das bedeutet hier: Innehalten, Atem holen, dem vorweihnachtlichen Einkaufsstress entkommen. Obwohl auch die Region mit ihren drei Skigebieten Fieberbrunn, Steinplatte Waidring und Buchensteinwand den Gesetzen des modernen Tourismus folgt, hat sie sich ein Stück Tradition bewahrt. So ist die Zeit vor Weihnachten geprägt von stimmungsvollen und eher stillen Veranstaltungen, von Krippenausstellungen, Basaren mit Selbstgebackenem und -gebasteltem. Zu den Höhepunkten des adventlichen Reigens zählen der Nikolaus- und Krampuseinzug am 4. Dezember in St. Ulrich am Pillersee und der Fieberbrunner Christkindlmarkt, der am 6. Dezember im Beisein internationaler Biathlonstars eröffnet wird, die sich an diesem Wochenende beim Weltcup in Hochfilzen ein Stelldichein geben.
Bildrechte: TVB Pillerseetal

„Ein bissl ein Auge braucht man schon“, sagt der 69-Jährige mit dem imposanten grauen Bart, mit dem er auch sofort als Weihnachtsmann einsetzbar wäre, bescheiden über seine Kunstfertigkeit, deren Zeugnisse in zahlreichen Krippen der Region zu finden sind. Wie kaum ein anderer verkörpert er, der fast ein Vierteljahrhundert bei den örtlichen Bergbahnen gearbeitet hat und in der Freizeit seiner Schnitzer-Kunst frönt, den Spagat zwischen Tradition und Moderne, zwischen Brauchtum und Tourismus, der im Pillerseetal auf eindrucksvolle Weise gelingt. Denn die Wochen vor dem großen Fest sind hier nicht geprägt von Hektik und Stress. „Die sogenannte stade Zeit ist hier wirklich ruhig“, sagt auch Florian Phleps, der Geschäftsführer des Tourismusverbandes. Und ruhig sollen sie bleiben, die Wochen bis zum 24. Dezember, die auch Urlaubern besondere Mußestunden in den Bergen bescheren und sie Kraft tanken lassen für die Hektik des Alltags - oder der bevorstehenden Feiertage. „Ruhe bedeutet nicht Langeweile“, erläutert Phleps, „vielmehr versuchen wir, unsere Besucher in dieser Zeit mit dem gewachsenen Brauchtum eins werden zu lassen.“

Davon gibt es in dieser Tiroler Region eine Menge. Wenn am frühen Morgen zur Rorate-Messe geladen wird, ist das kein touristisches Event, sondern Ausdruck bodenständiger Frömmigkeit. Wenn am 29. November die große Fieberbrunner Krippenausstellung mit einem Adventssingen eröffnet wird, sind Gäste gern gesehen. Auch Krippenschnitzer Thomas Erhart, eigentlich gelernter Zimmermann und später den eher filigranen Künsten anheim gefallen, ist mit von der Partie. Wohl rund 300 Krippen- und über 100 große Figuren sind in seiner kleinen Werkstatt mit den genau 115 Schnitzmessern entstanden. „Im Advent“, so sagt auch er, „rücken die Familien wieder enger zusammen.“

Selbstgebackenes und -gebasteltes, heißer Glühwein oder Punsch, der Duft von Weihrauch – die Einstimmung auf die Weihnachtszeit könnte nicht passender sein als bei den zahlreichen Veranstaltungen im Tal. Ob am 30. November beim großen Bastelmarkt in Waidring, bei Adventsbasaren in St. Jakob und in Hochfilzen – das erste Advents-Wochenende bildet einen gelungenen Auftakt. Und so geht es weiter. Wer als Urlauber diese stille Zeit bei vorwinterlichen Spaziergängen oder ersten Aktivitäten im Schnee nutzen will, findet Stunden ohne Trubel und kann sich auf seinen eigenen Rhythmus besinnen. Als Gast des Nikolaus- und Krampuseinzugs in St. Ulrich am 5. Dezember oder beim großen Fieberbrunner Christkindlmarkt am 6. Dezember genießt man unaufgeregtes Brauchtum mit Bodenhaftung. Der Nikolaus beim Christkindlmarkt freilich erscheint an diesem Tag in prominenter Begleitung. Denn weltbekannte Biathleten werden ihn flankieren, wenn er auf dem Markrtplatz erscheint. Die Spitzensportler sind – auch das ist eine, wenn auch noch junge Tradition im Tal – Gäste beim Biathlon Weltcup, der im nahen Hochfilzen, dem Mekka dieser Sportart, stattfindet.

Immer wieder sind es Krippen, die in dieser Zeit eine große Rolle spielen. Eine umfangreiche Ausstellung gibt es nicht nur in Fieberbrunn, sondern auch in Waidring am 14. und 15. Dezember. Dort kann man am 8. Dezember beim traditionellen „Adventshoangascht“ Punsch, Glühwein und Kastanien genießen. Mit dabei ist auch eine Anklöpflgruppe, die an den alten Brauch des Anklopfens erinnert, das stets mit ein paar Gaben beantwortet wurde. Neu in diesem Jahr ist der große Adventsmarkt der Forellenranch rund um den Pillersee (3. und 15. Dezember).

Thomas Erhart wird sich wohl schon bald wieder um seine kleinen Lieblinge kümmern. „Die Mimik, der Gesichtsausdruck – das ist das schwerste“, erzählt er. „Jeder Schnitt zählt.“ Gäste sind in seiner Werkstatt jederzeit willkommen. Seit 25 Jahren frönt er nun dieser Leidenschaft, die aus fünf Jahre lang gelagertem Zirbenholz filigrane Kunstwerke entstehen lässt. Während er im Advent pausiert, herrscht bei Sebastian Schreder im nahen Hochfilzen Hochbetrieb. In Handarbeit entstehen in seiner Werkstatt bis zu ein Meter hohe Weihnachtsbäume aus Fichten- und Zirbenholz, die den Duft der Bergwelt in jedes Wohnzimmer bringen.

Bergadvent im Pillerseetal gibt es bereits ab 49 Euro pro Person für zwei Übernachtungen mit Frühstück oder ab 252 Euro im Vier-Sterne-Hotel mit vier Nächten und Halbpension.

Auskunft:
Tourismusverband Pillerseetal

A-6391 Fieberbrunn
Telefon 0043-5354-56304
www.pillerseetal.at

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