CRM Centrum für Reisemedizin rät:
Lassen Sie sich vor Reisen nach Norditalien über eine Impfung gegen Meningokokken beraten

15.01.2008 17:09
Wer zurzeit eine Reise nach Norditalien in die Region Venetien plant, sollte sich informieren, ob vorsorglich eine Impfung gegen Meningokokken der Gruppe C sinnvoll ist. Das empfiehlt das CRM Centrum für Reisemedizin, Düsseldorf. Zwischen Mitte Dezember und Anfang Januar sind dort in der Provinz Treviso 9 Jugendliche und junge Erwachsene an Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen erkrankt, die durch Meningokokken verursacht wurden. Drei der Erkrankten sind inzwischen verstorben. Die Menschen, mit denen sie in unmittelbarem Kontakt standen, wurden vorsorglich behandelt und der Bevölkerung die Schutzimpfung empfohlen. "Ich empfehle Reisenden in diese Region, sich zurzeit unbedingt von einem reisemedizinisch qualifizierten Arzt oder Apotheker beraten zu lassen. Denn es gibt verschiedene Bakterienstämme der Meningokokken und entsprechend auch unterschiedliche Impfstoffe", sagt Dr. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM.

Meningokokken können etwa 3 bis 4 Tage nach der Ansteckung sowohl eine Hirnhautentzündung, die sogenannte Meningitis, als auch eine Blutvergiftung verursachen. Die Meningitis beginnt plötzlich mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen, Nackensteife, Übelkeit und Erbrechen. Trotz aller Behandlung kann sie bei einem schweren Verlauf zum Tod führen. Die Ansteckung erfolgt über winzige Tröpfchen in der Atemluft.

Weltweit gibt es fünf unterschiedliche Meningokokken-Bakterienstämme mit den Bezeichnungen A, B, C, W135 und Y. Schutzimpfungen gibt es gegen die Stämme A und C, sowie W 135 und Y.

Italien gehört in Europa zu den Ländern mit den niedrigsten Zahlen für Meningokokken-Erkrankungen. Sporadische Fälle waren bisher vor allem durch die Bakterienstämme B verursacht, gegen die es keine Impfung gibt. Erst neuerdings tritt auch der Stamm C auf, der häufig zu schwereren Krankheitsverläufen führt.

Die Impfung gegen Meningokokken wird in Deutschland seit 2006 für Kinder im zweiten Lebensjahr von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen. Entsprechend tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Impfkosten für diese Altersgruppe. Darüber hinaus sind inzwischen zahlreiche Krankenkassen dazu übergegangen, auch die Impfungen für private Auslandsreisen zu übernehmen und damit auch die Kosten für die Impfung gegen Meningokokken. Welche Kassen dies im Einzelnen sind, veröffentlicht das Centrum für Reisemedizin auf seiner Internetseite www.crm.de, dort gibt es u.a. auch eine Liste von Ärzten und Apotheken, die qualifizierte reisemedizinische Beratung anbieten.
Düsseldorf, den 15. Januar 2008
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