Verborgene Unterwelt
Die Budapester Höhlen

01.10.2007 14:48
Fällt Ihnen bei Winter auch gleich Winterschlaf ein? Und das Bild von zusammenrollten Tieren in dunklen Höhlen? Dann haben wir was für Sie. Denn kaum zu glauben, aber wahr: Zur großen Überraschung vieler Besucher entpuppt sich die Hauptstadt der Magyaren als „Höhlenstadt“.

Feuchte Füße gibt es in der János-Molnár-Höhle (www.cave.hu) am Fuße des Józsefberges. Die weit verzweigte Thermalquelle im Herzen der Stadt gilt als Geheimtipp für Taucher mit Mut zum Besonderen. Auf einer Länge von über drei Kilometern und einer Tiefe von bis zu 65 Metern wechseln sich enge Kanäle mit quasi Kathedralen-artigen Hohlräumen und glasklarem Wasser. Da sich der Einstieg unweit eines türkischen Bades nur erfahrenen Tauchern öffnet, müssen „Landratten“ auf andere, nicht minder beeindruckende Höhlen ausweichen. Bereits in mittelalterlichen Urkunden erwähnt, besteht das Labyrinth (Budavári Labirintus, Úri utca 9, www.labirintus.com) unterhalb der Budaer Burg aus natürlichen Hohlräumen, die seit dem Mittelalter künstlich miteinander verbunden wurden und militärischen Zwecken dienten. Im Zweiten Weltkrieg verschanzten sich hier die deutschen Besatzer, zudem lebten damals rund 10.000 Zivilisten dort. Heute noch sind große Teile des unterirdischen Systems militärisches Sperrgebiet. Budapest-Besucher können jedoch ein 1,2 Kilometer langes Teilstück des unterirdischen Höhlensystems als Labyrinth mit thematischen Ausstellungen bestaunen. Zu sphärischer Musik geht es durch die schummerigen Gänge 16 Meter tief unter die Erde. Einlass ist täglich zwischen 09.30 und 19.30 Uhr, der Eintritt beträgt 1.500, ermäßigt 1.100 Forint (etwa 6 beziehungsweise 4,10 Euro).

Ungarns drittlängste und Budapests längste Tropfsteinhöhle hat den klangvollen Name Pálvölgyi-Barlang (II., Szépvölgyi út 162) und wurde 1904 während der Arbeiten in einem Steinbruch entdeckt. Seit 1944 steht sie unter Naturschutz. Bis heute sind etwas mehr als sieben Kilometer erschlossen, die bis in eine Tiefe von über 100 Metern reichen, aber nur rund 500 Meter sind für Touristen zugänglich. Zu besichtigen ist die Höhle ganzjährig dienstags bis sonntags zwischen 9 und 16 Uhr, jedoch ausschließlich bei geführten Touren, die jeweils zur vollen Stunde starten. Bei einer konstanten Temperatur von elf Grad Celsius ist warme Kleidung angesagt.

Täglich außer dienstags, 10 bis 16 Uhr, kann man die Szemlõ-hegyi Höhle (II. Pusztaszeri út 35.) besichtigen, von der bislang etwas über zwei Kilometer erschlossen sind, die – aufgrund der wie Blumenkohl oder Popcorn anmutenden Gesteinsformationen – auch als „unterirdischer Blumengarten Budapests“ bezeichnet wird. Sie ist nur im Rahmen einer etwa 40-minütigen Tour jede volle Stunde zu besichtigen. Vor und nach den regulären Besuchszeiten ist die Höhle seit 1990 Kranken vorbehalten: die reine, kühle Luft mit einer konstanten Temperatur von 12 Grad Celsius und einer fast 100-prozentigen Luftfeuchtigkeit hat sich bewährt bei Behandlungen von Asthma, Allergien und Atemwegserkrankungen. Entdeckt wurde die Höhle aber schon 1930, 1961 wurde sie unter Naturschutz gestellt.

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